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Von der Bedeutung der Rorschacher Zünfte

Obwohl Rorschach bei günstiger Verkehrslage den Vorteil eines alten Marktes besass und wirtschaftliche Förderung von Seiten einiger seiner Landesherren, der Äbte von St. Gallen, erfuhr, blieb es bis zum Ende der Klosterherrschaft verhältnismässig klein.

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Die Schande der Zeit

So naiv und freudestrahlend die Optimisten ihre golden schimmernden Fahnen dem Zeitalter voran trugen, so lautstark sie ihre zuversichtsprallen Losungen hinausposaunten, ihre Überzeugung ermangelte der letzten Glaubwürdigkeit, weil durch das ganze 19. Jahrhundert hindurch drückende Armut für unzählige Menschen schicksalsbestimmend war.

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Vom Almosengeben zur öffentlichen Fürsorge

Wir haben gesehen, dass die Menschen des 19. Jahrhunderts angesichts der herrschenden und der verheissenen Möglichkeiten sowie der humanitären Zielvorstellungen, die ihnen das Zeitalter der Vernunft als kostbares, verpflichtendes Erbe hinterlassen hat, nicht mehr gewillt waren, Armut einfach hinzunehmen; vielmehr bewerteten sie diese als gravierende Beleidigung der Menschenwürde.

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Ein neuer Stand tritt auf

Einer der strapaziertesten Begriffe der Epoche ist zweifellos der des Arbeiters. Mit ihm bezeichneteman vorerst einfach den Angehörigen einer Unterschicht, welche durch die Industrialisierung entstanden war und die sich mit deren Expansion in beängstigender Weise vergrösserte. Der bahnbrechende Soziologe Werner Sombart bestimmt den Arbeiter etwas genauer als einen aus allen bergenden Beziehungen herausgerissenen Menschen: «Er ist getrennt von der Natur, er hat keine Heimat, ...

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Die Anfänge der Arbeiterorganisationen in Rorschach

Zur ersten Interessenorganisation der Schweizer Arbeiter wurde der 1838 von patriotischen Appenzellern in Genf gegründete Grütliverein, dessen Name schon verrät, welchen Idealen er nachstrebte. Aus Liebe zum Vaterland bemühten sich die Grütlianer, die Lohnabhängigen, die durch die bitteren Lebensumstände zunehmend in Gegensatz zur bürgerlichen Gesellschaft gerieten, wieder in die Volksgemeinschaft zu integrieren und vermeinten, diesem lobenswerten Ziele durch Pflege der Geselligkeit und Förderung der Arbeiterbildung näherzukommen.

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Die Arbeiterschaft geht in die Offensive

Wie stark die Arbeiterfrage die Öffentlichkeit bewegte, ist noch besser als an den schüchternen ersten Aktivitäten der frühen Arbeitervereine an den Reaktionen des Bürgertums abzulesen. Besorgte Leute aus seinem Umkreis mussten sich ernsthaft mit den Lebensbedingungen des Proletariates beschäftigen, so 1869 in Rorschach auch die Gemeinnützige Gesellschaft, die die Gründung von Kosthäusern, Sparkassen, Krankenkassen, den Bau von Arbeiterwohnungen, Verbot der Nachtarbeit usw. empfahl.

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Es lebe der Verein!

Die verwirrende Themenfülle, der man gegenübersteht, wenn man sich mit dem 19. Jahrhundert einlässt, macht die nötige Auswahl zur Qual. Bei einigen Gegenständen jedoch gibt es kein Zögern, weil sie unbestreitbar zu den markanten Punkten der Zeit-Physiognomie gehören. Die beispiellose Popularität des Vereinslebens ist einer von ihnen.

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Um ihrer selbst und um anderer Zwecke willen: Festfreude

«Mag der neuen Zeit hier und da eine Genialität vergangener Perioden fehlen, so ist sie allen früheren in der Durchschnittssumme der Sitte und Humanität überlegen», verkündete selbstbewusst 1851 der Historiker Heinrich Sybel und brachte damit das Urteil der Zeit über sich selbst auf die kürzeste Formel. Dass diese Eigenbewertung mit der Wahrheit recht grosszügig umgeht, dass hier mehr der Wunsch als der Wirklichkeitssinn federführend war, dürfte nach allem, was wir erörtert haben, keine Zweifel mehr offenlassen.

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Winterfreuden

Die Freunde des Wintersportes können sich wahrhaftig über die heurige Saison nicht beklagen. Stäubender Pulverschnee, lachender Sonnenschein und rassige Ahfahrten im Ueberfluss, Herz, was hegehrst du noch mehr.

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Badefreuden in alt Goldach

Täglich duschen, ein erfrischendes Bad nehmen – und das bei jeder Gelegenheit. Duschgel und Badzusätze in allen Varianten. Kaum mehr zu übertreffen. War es in Goldach schon immer so?

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Augenschmaus und Seelengraus - Von gewöhnlichen und ausgefallenen Vergnügungen

Wäre ein Zeitgenosse unserer mediengesättigten Ära genötigt, mit dem Vergnügungsangebot des 19. Jahrhunderts auszukommen, geriete er unvermeidlich in eine existentielle Krise. Vor hundert Jahren noch war man dankbar um die bescheidenste Abwechslung, nahm Darbietungen jeder Art entgegen, egal ob aus der Hand grosser Könner oder armseliger Tingeltangel-Artisten.

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Zum Schluss

Obwohl die Variationsmöglichkeiten unseres Kaleidoskopes bei weitem noch nicht erschöpft sind, legen wir es jetzt auf die Seite. Wir haben genügend Eindrücke aufgenommen, um wenigstens zu ahnen, was das hohe 19. Jahrhundert für die weitere Entwicklung bedeutet und was es in Gang gebracht hat. Versuchen wir ein Fazit! Die Epoche von 1848 bis 1914 war eine permanente Revolution.

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